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Kapselfibrose der Brust – Symptome & Behandlung

Eine Kapselfibrose kann nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten auftreten. Welche Symptome dabei bemerkbar sind, welche Behandlungsmethoden es gibt und ob eine Kapselfibrose vermeidbar ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine Kapselfibrose?

Die Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten ist eine der beliebtesten ästhetisch-plastischen Behandlungen. So ist es möglich, die Brust der Frau im Volumen und der Form nach Wunsch zu ändern. Nach dem Einsatz von Implantaten bildet sich eine Kapsel aus Bindegewebe um das Silikonimplantat herum. Dies ist eine normale Reaktion des Körpers, wenn ein Fremdkörper eingesetzt wird – Patientinnen nehmen dies meist auch nicht wahr. Zudem hält die Kapsel die eingesetzten Implantate an der richtigen Stelle und verhindert in den meisten Fällen ein Verrutschen.

Bildet sich statt einer dünnen und weichen Kapsel jedoch eine stark ausgeprägte harte und unelastische Kapsel, wird von einer Kapselfibrose gesprochen. Das Immunsystem versucht dabei, den Fremdkörper mit allen Mitteln abzustoßen. Eine Kapselfibrose kann sich zu jedem Zeitpunkt nach dem Einsetzen der Implantate bilden und beide Brüste oder nur eine Brust betreffen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Kapselfibrose ist immer von den angewendeten Methoden sowie von den verwendeten Implantaten abhängig. Bei Verwendung moderner Implantate liegt die Wahrscheinlichkeit einer Kapselfibrose bei bis zu 10 Prozent. (1)

Was sind die Symptome einer Kapselfibrose?

Die Heilung nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten verläuft bei jeder Frau individuell. Die Bildung der Kapsel ist ein Teil des Heilungsprozesses, bildet sich jedoch eine Kapselfibrose, haben die meisten Frauen erstmal keine Beschwerden. Im Verlauf kann sich dies jedoch ändern. Womöglich verhärtet sich die Brust, ein Spannungsgefühl ist bei Bewegung spürbar und das Implantat wird sicht- bzw. tastbar.

Bleibt die starke Verhärtung der Kapsel unbehandelt, kann sich weiter Gewebe bilden, was wiederum mit einem Druckgefühl und starken Schmerzen verbunden sein kann. Hierbei kann es zu Verformungen, zur Faltenbildung und auch zu Asymmetrien der Brust kommen. Es ist jedoch auch möglich, dass eine Kapselfibrose komplett beschwerdefrei verläuft – in diesen Fällen ist eine Behandlung nicht zwangsläufig notwendig.

Schweregrad der Kapselfibrose

Die Kapselfibrose lässt sich in vier Stadien nach Baker einteilen, sodass die Schwere der Komplikation beurteilt werden kann. Diese reichen von einer leichten Verhärtung bis zu einer ausgeprägten Bildung der Kapsel und einer sichtbaren Verformung. Bei einem hohen Schweregrad kann ein Implantatwechsel erforderlich sein.

Der erste Schweregrad ist der Normalzustand, das heißt, die Brust ist weich, sieht normal aus und es bestehen keine Beschwerden. Zudem ist das Brustimplantat auch nicht spürbar. Beim zweiten Schweregrad einer Kapselfibrose liegt eine leichte Verhärtung der Kapsel vor, diese ist von außen jedoch nicht zu erkennen. Meist ist bei diesem Schweregrad ein leichtes Spannungsgefühl in der Brust zu spüren. Der dritte Schweregrad beschreibt eine starke Kapselfibrose. Es liegt eine deutliche Verhärtung sowie eine sichtbare Verformung der Brust vor. Das Implantat ist sowohl tast- als auch sichtbar. Beim vierten Schweregrad nach Baker ist die Kapselfibrose bereits ausgeprägt. Die Brust ist stark verhärtet, verformt und meist wird dieser Zustand von symptomatischen Schmerzen begleitet.

Wie lässt sich eine Kapselfibrose behandeln?

Eine Verhärtung der Kapsel stellt erstmal keine gefährliche Erkrankung dar, sollte aber dennoch begutachtet werden. Welche Behandlung notwendig ist, hängt vom Schweregrad der Kapselfibrose ab. Liegt lediglich eine leichte Kapselfibrose (Schweregrad 1 und 2) vor, muss diese in vielen Fällen nicht zwingend behandelt werden – Massagen oder der Einsatz von Medikamenten können jedoch ein Fortschreiten verhindern.

Bei einer schweren Kapselfibrose (Schweregrad 3 und 4) wird in den meisten Fällen eine operative Behandlung notwendig, sodass Verhärtungen, Verformungen und Schmerzen beseitigt werden. Es bieten sich verschiedene Behandlungsmethoden an. Eine Möglichkeit ist es, die betroffenen Implantate sowie die verhärtete Kapsel operativ zu entfernen und anschließend neue Implantate einzusetzen. Statt einem Implantatwechsel haben Sie auch die Möglichkeit, eine andere Form der Brustvergrößerung, wie beispielsweise jene mit Eigenfett oder auch eine Bruststraffung, zu wählen. Gerne beraten wir Sie hierzu ausführlich. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Kapsel minimal-invasiv aufgetrennt oder durch manuellen Druck gesprengt wird. Die Sprengung der Kapsel wird jedoch in den meisten Fällen nicht mehr empfohlen, da mit dieser Methode Risiken einhergehen.

Kann eine Kapselfibrose erneut auftreten?

In den meisten Fällen entsteht eine Kapselfibrose im ersten Jahr nach einer Brustvergrößerung. Prinzipiell ist es jedoch auch möglich, dass die Komplikation im späteren Verlauf auftritt. Zudem besteht die Möglichkeit, dass eine Kapselfibrose nach einer erfolgreichen Behandlung erneut auftritt.

Die Ursachen einer Kapselfibrose

Die Ursache für die Entstehung einer Kapselfibrose ist nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass verschiedene Faktoren dabei eine Rolle spielen. Gleichzeitig gibt es Risikofaktoren, die die Entstehung einer Kapselfibrose zumindest begünstigen können. Zu den relevanten Faktoren zählen:

  • Die individuelle genetische Veranlagung
  • Eine vorrangegangene Brustkrebsbehandlung
  • Infektionen & eine Kontamination des Brustimplantates
  • Hämatombildung nach der Brustvergrößerung
  • Die Platzierung des Brustimplantates
  • Eine zu enge Implantattasche für ein zu großes Implantat

Lässt sich eine Kapselfibrose vorbeugen?

Das Risiko einer Kapselfibrose nach einer Brustvergrößerung besteht grundsätzlich. Da die Ursachen einer Kapselfibrose nicht eindeutig geklärt sind und auch eine genetische Veranlagung der Auslöser sein kann, lässt sich ein Auftreten nicht in jedem Falle verhindern. Das Risiko kann sich jedoch durch einige Maßnahmen reduzieren. Sowohl der behandelnde Chirurg als auch Patientinnen können einer Minderung des Risikos entgegenwirken.

Die Nutzung von modernen Implantatoberflächen führt zu geringeren Reaktionen im umliegenden Gewebe und kann damit ein Risiko mindern (2). Gewebeschonende und blutarme Techniken sind zu bevorzugen, zudem ist eine Platzierung der Implantate unter dem Brustmuskel meist die bessere Wahl, da so die Durchblutung weiter verbessert wird. Jedoch ist die Platzierung unter dem Brustmuskel nicht für jede Frau geeignet. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu den verschiedenen Möglichkeiten, da die perfekte Platzierung des Implantats vom Ausgangsbefund und den individuellen Wünschen abhängig ist.

Auch Sie als Patientin können das Risiko durch ein angemessenes Verhalten nach einer Brustvergrößerung mindern. Sie sollten vor und nach dem Eingriff nicht rauchen, da so die Wundheilung verschlechtert werden kann. (3) Auch Implantatmassagen sollen das Risiko einer Kapselfibrose vermindern, da so die Durchblutung gesteigert wird. Der positive Effekt der regelmäßigen Massagen ist jedoch medizinisch nicht klar belegt. Zudem kann eine sorgfältige Nachsorge, wie das Tragen eines Kompressions-BHs für mindestens sechs Wochen, Komplikationen entgegenwirken.

Quellen:

1. Headon H, et al. Capsular Contracture after Breast Augmentation: An Update for Clinical Practice. Arch Plast Surg. 2015 Sep;42(5):532-43.
2. Ho Shin B, et al. Silicone breast implant modification review: overcoming capsular contracture. Biomater Res. 2018 Dec 20;22:37.
3. Sorensen LT. Wound healing and infection in surgery: the pathophysiological impact of smoking, smoking cessation, and nicotine replacement therapy: a systematic review. Ann Surg. 2012 Jun;255(6):1069-79.

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